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Neuer VPB-Ratgeber: Auch Hauskauf unter Zeitdruck lässt sich vorbereiten

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- Neubauten sind Mangelware, deshalb suchen immer mehr Familien Häuser im Bestand „Dabei wird der Immobilienkauf zunehmend zur Bieter-Rallye. Wer am schnellsten das höchste Gebot abliefert, bekommt den Zuschlag“.

Quelle: Colourbox

Das beobachtet Dipl.-Ing. Klaus Kellhammer, Vorstandsmitglied des Verbands Privater Bauherren (VPB) und Leiter des VPB-Regionalbüros Tübingen seit geraumer Zeit. Auch seine Kollegen in anderen Städten kennen die fatale Entwicklung: „Aus Sorge, leer auszugehen, kaufen viele Interessenten Immobilien, ohne sie vorher gründlich zu prüfen“, weiß auch Dipl.-Ing. Frank Gries, Leiter des VPB-Büros in Karlsruhe.

Wo die Nachfrage das Angebot so eklatant übersteigt, wie aktuell in gesuchten Lagen, können sich Kaufinteressenten offenbar nicht mehr ausreichend Zeit lassen und ein Objekt in Ruhe mehrfach und auch mit einem eigenen Sachverständigen besichtigen. Müssen sie jetzt die sprichwörtliche „Katze im Sack“ kaufen? „Nein“, beruhigt Frank Gries, „es gibt eine ganze Menge, was Kaufwillige im Vorfeld klären können, um notfalls auch eine schnelle Entscheidung zu treffen.

Hilfreich ist dabei der neue VPB-Ratgeber. Er heißt „Gute Vorbereitung = Schnelle Kaufentscheidung!“ und kann ab sofort kostenlos von der VPB-Website heruntergeladen werden unter    www.vpb.de/download/VPB-Ratgeber_Immobilienkauf_unter_Zeitdruck.pdf

Der Ratgeber listet auf, was Kaufinteressenten schon vor der ersten Besichtigung prüfen und entscheiden sollten. Das beginnt bei der Klärung der eigenen Wohnbedürfnisse. „Wer sich darüber im Klaren ist, wo er wohnen will, wie viel Räume er benötigt und wo das finanzielle Limit liegt, kann anhand seiner individuellen Checkliste Besichtigungen passender Objekte vereinbaren und unpassende Offerten von vornherein ausschließen“, erklärt Frank Gries.

„Haben Haus oder Wohnung beispielsweise zu wenig Zimmer oder liegen in der falschen Gegend, dann erübrigt sich eine Besichtigung“, erläutert Klaus Kellhammer. „Wer gezielt besichtigt, spart Zeit und Nerven und gerät gar nicht erst in Versuchung, sich um ein unpassendes Objekt zu bemühen.“

Im Vorfeld gründlich durchrechnen sollten Kaufinteressenten die Finanzierung. Zum aufgerufenen Kaufpreis kommen immer noch die Kaufnebenkosten, die sich nach dem Verkaufspreis richten und vorab kalkulieren lassen. Außerdem muss meist renoviert und umgebaut werden. „Wer sich an Bieterverfahren beteiligen will, muss sein Limit und die voraussichtlichen Kosten kennen, sonst bietet er vielleicht zu viel“, mahnt Klaus Kellhammer.

Er rät, im Vorfeld eines Kaufs immer auch das Bauamt aufzusuchen, um zu klären, ob es einen Bebauungsplan für das Gebiet gibt und ob der eventuell geplante Anbauten und Aufstockungen überhaupt erlaubt.

Ebenso wichtig ist der Blick ins Grundbuch. Er bringt Klarheit über die Besitzverhältnisse und Lasten, die auf dem Grundstück liegen. Wohn- und Wegerechte beispielsweise können den Wert einer Immobilie erheblich beeinträchtigen. Wichtig ist immer auch, ob das Haus in seiner heutigen Form überhaupt baurechtlich genehmigt ist. Liegen alle Pläne vor?

Als informativ erweist sich oft auch der Besuch bei den zukünftigen Nachbarn. Sie kennen die Gegend und das Anwesen, wissen zum Beispiel, wenn kürzlich im Objekt Wasser im Keller stand, das Dach neu gedeckt wurde, große Baumwurzeln den Kanal gefährden oder auch, was sich in der Nachbarschaft tut: wann die geplante Umgehungsstraße gebaut wird oder der Großmarkt, der dann in zwei Jahren auch für morgendlichen Verkehrslärm sorgt.

Wer sich im Vorfeld schon gezielt über ein Objekt und die Wohngegend informiert, kann sich bei der tatsächlichen Besichtigung dann ganz auf den Bau konzentrieren. Gemeinsam mit dem Sachverständigen können die Kaufinteressenten schon konkret über Sanierungs- und Umbaumaßnahmen und deren Kosten sprechen. Am Ende steht eine realistische Einschätzung des Objekts. Sie ermöglicht eine schnelle Entscheidung für oder auch gegen ein Objekt.